Häufigkeit

Die Häufigkeit von Lebererkrankungen ist nicht genau bekannt und kann daher nur geschätzt werden. Insgesamt wird angenommen, dass 6 bis 7 Millionen Menschen in Deutschland eine Lebererkrankung haben. Die häufigste Lebererkrankung in entwickelten Ländern wie Deutschland ist die Fettleber. Nach Schätzungen sind etwa 5 Millionen Deutsche davon betroffen. In 80-90% der Fälle beruht die Fettleber auf Übergewicht oder einem erhöhten Alkoholkonsum. In einer aufschlussreichen Untersuchung der Bewohner eines norditalienischen Dorfes von Stefano Bellentani und Claudio Tiribelli aus dem Jahr 2001 hatten 16% der normalgewichtigen Erwachsenen, die keinen oder wenig Alkohol tranken, eine Leberverfettung, aber 46% der Personen, die pro Tag mehr als 50 Gramm Alkohol (mehr als einen halben Liter Rotwein) konsumierten, 76% der (stark) Übergewichtigen, aber fast 95% der Übergewichtigen mit dem genannten Alkoholkonsum.

Häufigkeit der Fettleber in einem norditalienischen Dorf.
Diese Zahlen stammen aus der Dionysos-Studie der italienischen Forscher Stefano Bellentani und Claudio Tiribelli
(S. Bellentani and C. Tiribelli (2001): The spectrum of liver desease in the general population: lessons from the Dionysos study, Journal of Hepatology 35: 531-537.)

Angaben zur Gesamthäufigkeit der Hepatitis sind wegen der vielen unterschiedlichen Arten der Erkrankung schwierig. An einer chronische Hepatitis B oder C (zwei Formen der Virushepatitis) dürften etwa 1 Million Menschen in Deutschland leiden. Weltweit hat die Hepatitis B eine große Bedeutung, da 5-7% der Weltbevölkerung mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert ist (in Deutschland vermutlich etwa 0,1-0,6% der Bevölkerung). Die Häufigkeit der Leberfibrose lässt sich nicht verlässlich angeben, da dieses Zwischenstadium zwischen der Fettleber/Leberentzündung und der Leberzirrhose oft nicht diagnostiziert wird. Bei der Leberzirrhose wird in Deutschland mit etwa 1 Million Erkrankten und etwa 200.000 neuen Fällen pro Jahr gerechnet. Die Leberzirrhose ist die fünfthäufigste Todesursache und bei jüngeren Menschen sogar eine der häufigsten.