Risikofaktoren
Ernährung und Stoffwechselstörungen
Wegen der zentralen Stellung der Leber im Stoffwechsel kann eine ungesunde Ernährung dem Organ direkt schaden. Überernährung mit zu hoher Kalorien- und Fettzufuhr führt zur Speicherung von Energie im Fettgewebe, aber auch in der Leber. Die Folgen sind Übergewicht und Leberverfettung (Fettleber). Gleichzeitiger Bewegungsmangel verstärkt diesen Effekt noch. Die Fettleber kann sich zu einer fettbedingten Leberentzündung weiterentwickeln. Stoffwechselstörungen wie die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) mit einem dauerhaft erhöhten Glukosespiegel im Blut können die Leber ebenfalls in Schwierigkeiten bringen. Dasselbe gilt auch für Fettstoffwechselstörungen mit einem zu hohen Cholesterin- oder Triglyzerid-Spiegel. Alle diese Erkrankungen können zu Fettablagerungen in der Leber führen.
Alkohol und (andere) Lebergifte
Regelmäßiger hoher Alkoholkonsum ist ein bedeutender Risikofaktor für die Leber. Denn Alkohol beansprucht die Leberfunktion sehr. Das für die Entgiftung des Alkohols zuständige Enzym, die Alkohol-Dehydrogenase, befindet sich in den Leberzellen. Die Fähigkeit der Leber zum Alkoholabbau ist jedoch nicht unbegrenzt und individuell recht unterschiedlich. Bei dauerhafter hoher Alkoholzufuhr geschehen mehrere Dinge, welche die Leber schädigen:
- Die direkte Giftwirkung des Alkohols auf die Leberzellen beeinträchtigt deren Leistungsfähigkeit.
- Der abgebaute Alkohol lagert sich in der Leber zum Teil in Form von Fett ab.
- Das abgelagerte Fett kann eine Leberentzündung (Alkoholhepatitis) auslösen.
Wird die Alkoholzufuhr nicht unterbrochen, kann es passieren, dass die Leber sich nicht mehr erholt und aus der Leberentzündung eine Leberfibrose und schließlich eine Leberzirrhose wird. Auch andere Lebergifte können eine Leberentzündung verursachen und die Leber ähnlich wie Alkohol schädigen. Dazu zählen zahlreiche Chemikalien, wie zum Beispiel Tetrachlorkohlenstoff oder Chloroform, die eventuell am Arbeitsplatz angetroffen werden. Dazu zählen aber auch viele Arzneimittel, die wegen chronischen Erkrankungen dauerhaft eingenommen werden. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, ob diese die Leber belasten können; überprüfen Sie auch den Beipackzettel dieser Medikamente. (Bei chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel Herzinsuffizienz oder Epilepsie u. ä. sind Medikamente oft notwendig, obwohl diese die Leber belasten. Auf gar keinen Fall sollten Sie eigenmächtig ihre Medikamente absetzen, sondern Rücksprache mit ihrem Arzt oder Apotheker halten, ob es leberschonende Präparate gibt).
Hepatitisviren
Bestimmte Viren können eine infektiöse Leberentzündung (Virushepatitis) verursachen. Daher ist die Lebergesundheit von Menschen, die ein hohes Risiko haben, mit solchen Viren in Kontakt zu kommen, besonders gefährdet. Dabei handelt es sich um Reisende, die in tropischen oder subtropischen Gebieten unterwegs sind (Hepatitis-A-Viren) sowie um Menschen, die mit dem Blut anderer Menschen in Kontakt kommen. Gefährlich für die Leber ist vor allem die chronische Virusentzündung durch Hepatitis-B-Viren und Hepatitis-C-Viren.
Seltene Erbkrankheiten und sonstige Erkrankungen
Auch seltene Erbkrankheiten und sonstige Erkrankungen können die Leber gefährden. Bei der Hämochromatose beispielsweise führt die erblich bedingte erhöhte Eisenaufnahme im Darm zu einer vermehrten Eisenspeicherung in der Leber. Daraus kann sich mit der Zeit eine Leberzirrhose entwickeln. Ein anderes Beispiel ist die Pumpschwäche des Herzens (Rechtherzinsuffizienz), bei der sich Blut bis in die Leber zurück staut und die Leberläppchen durch den erhöhten Druck schädigt.

- Risikofaktoren
(Copyright: Sebastian Kaulitzki, Fotolia.com)
Übersicht:
Faktoren, die das Risiko für Lebererkrankungen erhöhen
- Überernährung mit zu hoher Kalorien- und Fettzufuhr
- Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, hohe Cholesterin- oder Triglyzerid-Spiegel)
- regelmäßiger (beträchtlicher) Alkoholkonsum
- Einwirkung von Lebergiften, dauerhafte Einnahme von (leberschädigenden) Medikamenten
- Risiko des Kontaktes mit Hepatitisviren
- seltene erbliche und sonstige Erkrankungen (z.B. Hämochromatose, Rechtsherzinsuffizienz)
Ein besonders hohes Risiko für eine Lebererkrankung haben Menschen mit mehreren der genannten Risikofaktoren, wenn zum Beispiel Übergewicht, Alkoholkonsum und die Einnahme von (potenziell leberschädigenden) Medikamenten zusammenkommen.









